Eigentlich wollte ich ja nur mal über den Lukmanier fahren, aber dann fiel mir ein, dass ich noch eine Rechnung mit dem Zervreila Stausee offen hab. Vor vier Jahren, auf einer meiner ersten Ausfahrten mit der schwarzen 800er wollte ich da schon mal hin. Da die Fahrbahn damals schon kurz hinter Vals schneebedeckt war, musste ich abbrechen. Beim heutigen zweiten Versuch kam ich zwar ein ganzes Stück weiter, doch mein Ziel hab ich trotzdem nicht erreicht. Diesmal lag es nicht am Schnee.

Der Heidenau K60 Scout ist zwar ein Winterreifen, trotzdem wollte ich nicht unbedingt mit Schmackes in diese vereiste Stelle hineinfahren. Langsam fahrend hab ich es aber leider nur bis zur Mitte geschafft. Also ging es rückwärts wieder zurück auf den Asphalt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Über Obersaxen und ein kleines Stück Hauptstrasse ging es weiter in die nächste Sackgasse: Val Sumvigt. Das kleine, abgelegene Seitental des Vorderrheins hatte ich schon länger auf der Liste, aber auf dem Weg zum Lukmanier oder Oberalb fehlte mir bisher immer die Zeit.

Das Tal ist auf jeden Fall einen Abstecher wert, doch leider war die Fahrt schon viel zu früh an einem Fahrverbotsschild am Stausee zu ende. Mal seh’n vielleicht komme ich beim nächsten mal mit dem Mountainbike oder mit einer Fahrbewilligung vorbei.

Auf die Weiterfahrt nach Disentis entlang des Vorderrhein-Südufers habe ich mich schon länger gefreut, denn hier gibt es ein paar km Schotterpiste, die für den Verkehr freigegeben ist. Nichts berauschendes, aber immerhin ein artgerechter Untergrund für eine Enduro.

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Nach einem Tankstop in Disentis konnte es dann endlich auf den Lukmanier geh’n. Hier fand ich dann nochmal ein schönes Stück Wirtschaftsweg, dass nicht für den Verkehr gesperrt ist.

Piste am Lukmanier Pass

Am Stausee gab es dann ein herrliches Panorama, an dem ich mich fast nicht satt sehen konnte. Die Komposition aus Eis, Schnee und Wolken kann man sonst nur beim Skifahren erleben. Auf dem Motorrad war es ein unbeschreibliches Erlebnis.

Lukmanierpass

Weiter nach Biasca oder umdrehen hiess jetzt die Frage. Da mich die Aussicht auf eine Autobahnfahrt durchs Tessin und den San Bernardino Tunnel nicht besonders gereizt hat, wurde der Lukmanierpass für mich zur dritten Sackgasse des Tages. Zurück nach Disentis ging es dann nur auf Asphalt weiter, doch die rechtsrheinische Schotterpiste hab ich mir nicht nehmen lassen. Nochmal ein Stück Hauptstrasse und dann in Trun über Schlans nach Briegels, der vierten und letzten Sackgasse der heutigen Tour.

Ruinaulta

Zum krönenden Abschluss musste es dann aber nochmal spektakulär werden. Die Rheinschlucht mit der tiefstehenden Sonne im Rücken ist immer ein Hochgenuss, also nochmal in Ilanz über die Brücke und ab durch die Ruinaulta.